Das beeMore Honig-ABC
Von Ableger bis Zarge: Hier erklären wir die wichtigsten Begriffe rund um Honig, Bienen und Imkerei – kurz, verständlich und aus erster Hand.
A
Ableger
Ein Ableger ist ein kleines „Start-Volk", das der Imker aus einem starken Bienenvolk bildet. Ein paar Brutwaben, Bienen und eine junge Königin – daraus wächst über den Sommer ein neues, vollwertiges Volk heran. So vermehren wir unsere Völker, ohne Bienen kaufen zu müssen.
Akazienhonig
Streng genommen stammt er von der Robinie (Scheinakazie). Er bleibt dank seines hohen Fruchtzuckeranteils besonders lange flüssig und schmeckt sehr mild. In unserer Region blüht die Robinie im Mai/Juni – ob sie es ins Glas schafft, entscheidet jedes Jahr das Wetter.
Ambrosia
In der griechischen Mythologie die Speise der Götter – und ein schöner Spitzname für Honig. Tatsächlich war Honig über Jahrtausende das einzige konzentrierte Süßungsmittel des Menschen.
B
Beute
So nennt der Imker die Behausung seiner Bienen – also den „Bienenkasten". Moderne Beuten bestehen aus Holz- oder Kunststoff-Zargen, die wie Schubladen übereinandergestapelt werden und den Bienen Platz für Brut und Honig bieten.
Blütenhonig
Honig, der überwiegend aus dem Nektar von Blüten entsteht. Frühtracht- und Sommertrachthonig sind typische Blütenhonige – ihre Farbe und ihr Geschmack hängen davon ab, welche Pflanzen gerade blühen.
Brutraum
Der untere Bereich der Beute, in dem die Königin ihre Eier legt und die Jungbienen heranwachsen. Der Honig für die Ernte wird getrennt davon im Honigraum gelagert – so bleibt er brutfrei und sauber.
C
Cremehonig
Wird Honig während der Kristallisation regelmäßig gerührt, entstehen nur winzige Zuckerkristalle – das Ergebnis ist ein feincremiger, streichzarter Honig. Reine Handarbeit und Geduld, keine Zusätze!
D
Deckelwachs
Reife Honigwaben verschließen die Bienen mit einer hauchdünnen Wachsschicht. Vor dem Schleudern wird dieses „Entdeckelungswachs" abgetragen – es ist besonders hell und rein und wird gern für Kerzen und Kosmetik verwendet.
DIB
Der Deutsche Imkerbund vertritt die deutschen Imker und vergibt das bekannte Einheitsglas mit dem Gewährverschluss. Auch kleine Imkereien ohne DIB-Glas müssen sich an die strenge deutsche Honigverordnung halten.
E
Enzyme
Bienen reichern den Nektar mit körpereigenen Enzymen wie Invertase und Glucose-Oxidase an. Sie machen aus Nektar erst richtigen Honig – und reagieren empfindlich auf Hitze. Deshalb schleudern wir kalt und erwärmen unseren Honig niemals über 40 °C.
Ernte
Geerntet wird nur, was die Bienen entbehren können. Wir entnehmen ausschließlich verdeckelte, reife Honigwaben aus dem Honigraum – der Wintervorrat der Bienen bleibt unangetastet bzw. wird ersetzt.
F
Frühtracht
Der erste Honig des Jahres, gesammelt von Obstblüte, Raps, Löwenzahn und Weide (ca. April–Mai). Typisch: helle Farbe, milder Geschmack und eine schnelle, feine Kristallisation. Unser Frühtrachthonig ist der Liebling aller, die es sanft-süß mögen.
Flugloch
Der Eingang zur Beute. An warmen Tagen herrscht hier reger „Flugverkehr": Eine Sammelbiene fliegt bis zu 30-mal am Tag aus und besucht dabei jeweils bis zu mehreren hundert Blüten.
G
Gelée Royale
Der „Königinnenfuttersaft": Ein Sekret aus den Futtersaftdrüsen junger Bienen, mit dem ausschließlich Königinnenlarven und die Königin selbst gefüttert werden. Er macht aus einer normalen Larve eine Königin, die bis zu fünf Jahre lebt.
Glucose
Traubenzucker – neben Fruchtzucker der Hauptbestandteil von Honig. Je höher der Glucoseanteil, desto schneller kristallisiert ein Honig. Rapslastige Frühtracht wird deshalb schnell fest, Robinienhonig bleibt lange flüssig.
H
Honigraum
Der obere Teil der Beute, in dem die Bienen ihre Honigvorräte anlegen. Ein Absperrgitter hält die Königin fern, sodass hier keine Brut entsteht – nur purer Honig.
Honigtau
Süße Ausscheidungen von Blattläusen und anderen Pflanzensaugern, die Bienen sammeln, wenn wenig blüht. Daraus entsteht Wald- bzw. Blatthonig: dunkler, würziger und mineralstoffreicher als Blütenhonig.
HMF
Hydroxymethylfurfural entsteht, wenn Honig erhitzt oder zu lange gelagert wird. Ein niedriger HMF-Wert ist ein wichtiges Frische- und Qualitätsmerkmal – unser Honig wird nie über Stocktemperatur erwärmt.
I
Imker
Vom mittelniederdeutschen „Imme" (Biene) und „kar" (Korb): der Bienenhalter. In Deutschland imkern über 170.000 Menschen – die allermeisten davon, wie wir, als Hobby mit viel Herzblut.
Invertase
Ein Bienenenzym, das Haushaltszucker (Saccharose) in Trauben- und Fruchtzucker spaltet. Es ist einer der Gründe, warum Honig süßer und bekömmlicher ist als Zucker.
J
Jungfernflug
Wenige Tage nach dem Schlupf startet die junge Königin zu ihrem Hochzeitsflug. Sie paart sich in der Luft mit mehreren Drohnen und legt danach ihr Leben lang Eier – bis zu 2.000 Stück am Tag im Sommer.
K
Kaltschleuderung
Der Honig wird bei Stocktemperatur aus den Waben geschleudert, ohne Erwärmung. So bleiben Enzyme, Aromen und Pollen vollständig erhalten. Bei uns Standard – „kaltgeschleudert" ist übrigens bei echtem Imkerhonig fast immer der Fall.
Kristallisation
Das natürliche Festwerden von Honig – ein Echtheitsbeweis! Der enthaltene Traubenzucker ordnet sich zu Kristallen. Im Wasserbad bei maximal 40 °C wird kristallisierter Honig wieder flüssig, ohne Qualitätsverlust.
Königin
Das einzige voll entwickelte Weibchen im Volk. Sie ist deutlich größer als die Arbeiterinnen, lebt mehrere Jahre und hält das Volk mit ihren Pheromonen zusammen.
L
Lagerung
Honig mag es dunkel, trocken und kühl (unter 18 °C ideal). Gut verschlossen hält er sich praktisch unbegrenzt – im Grab von Tutanchamun fand man über 3.000 Jahre alten, noch genießbaren Honig.
M
Melissokomie
Das griechische Fachwort für Bienenzucht. Schon Aristoteles beschrieb vor über 2.300 Jahren das Leben im Bienenstock erstaunlich genau.
Mindesthaltbarkeitsdatum
Gesetzlich vorgeschrieben, in der Praxis bei Honig aber fast bedeutungslos: Richtig gelagerter Honig hält weit über das MHD hinaus.
N
Nektar
Der zuckerhaltige Pflanzensaft, den Blüten als „Belohnung" für Bestäuber produzieren. Für 500 g Honig fliegen Bienen zusammengerechnet etwa drei Mal um die Erde und besuchen Millionen von Blüten.
Naturbelassen
Bedeutet: nichts hinzugefügt, nichts entzogen, nicht über Stocktemperatur erwärmt. Genau so füllen wir jedes Glas ab.
O
Oxymel
Ein uraltes Hausmittel aus Honig und Essig, schon in der Antike als „Sauerhonig" bekannt. Heute als Basis für Erfrischungsgetränke und in der Naturheilkunde wiederentdeckt.
P
Pollen
Der Blütenstaub – wichtigste Eiweißquelle der Bienen und im Honig in Spuren enthalten. Anhand der Pollen kann ein Labor sogar nachweisen, wo ein Honig herkommt und welche Pflanzen die Bienen besucht haben.
Propolis
Das „Kittharz" der Bienen: Sie sammeln Baumharze und vermischen sie mit Wachs und Enzymen. Damit dichten sie den Stock ab und halten ihn keimfrei – ein Naturstoff mit antibakterieller Wirkung.
R
Reifeprüfung
Erst wenn der Wassergehalt niedrig genug ist und die Bienen die Wabe verdeckeln, ist der Honig reif. Wir prüfen zusätzlich mit dem Refraktometer – erst dann wird geerntet.
Rähmchen
Die Holzrahmen in der Beute, in denen die Bienen ihre Waben bauen. Sie machen es möglich, einzelne Waben zu entnehmen, ohne das Nest zu zerstören.
S
Schwänzeltanz
Die berühmte „Tanzsprache" der Bienen: Mit Achterschleifen und schwänzelnden Bewegungen teilt eine Sammlerin ihren Kolleginnen Richtung und Entfernung einer Futterquelle mit – auf wenige Grad genau.
Sommertracht
Der Honig des Hochsommers (ca. Juni–Juli) aus Linde, Klee, Brombeere und Wildblumen. Kräftiger im Geschmack und meist goldgelb bis bernsteinfarben – unser „Charakterkopf" im Sortiment.
Stocktemperatur
Im Brutnest halten die Bienen konstant etwa 35 °C – fast wie unsere Körpertemperatur. Honig, der nie wärmer wurde als der Stock, gilt als besonders hochwertig.
T
Tracht
Alles, was die Bienen an Nektar, Pollen und Honigtau eintragen. „Trachtquellen" sind die Pflanzen einer Region – deshalb schmeckt Honig aus jedem Ort und jedem Jahr anders. Genau das macht Imkerhonig so besonders.
U
Umtragen
Bienen geben den Nektar viele Male von Rüssel zu Rüssel weiter. Bei jedem Umtragen wird er mit Enzymen angereichert und Wasser entzogen – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Honig.
V
Varroamilbe
Der größte Feind der Honigbiene: eine eingeschleppte Milbe, die Bienenbrut schädigt. Verantwortungsvolle Imker behandeln ihre Völker – bei uns ausschließlich mit organischen Säuren, niemals während der Honigernte.
Verdeckelung
Ist der Honig reif, verschließen die Bienen die Zelle mit einem Wachsdeckel – das Signal an den Imker: Dieser Honig ist fertig und lagerfähig.
W
Wassergehalt
Guter Honig enthält weniger als 18 % Wasser (gesetzlich erlaubt: 20 %). Je niedriger, desto länger haltbar und desto intensiver das Aroma. Wir ernten grundsätzlich unter 18 %.
Wachs
Bienen „schwitzen" Wachs aus eigenen Drüsen und formen daraus die perfekten sechseckigen Waben – eine der effizientesten Bauformen der Natur.
Z
Zarge
Eine „Etage" der Beute. Braucht das Volk mehr Platz, setzt der Imker einfach eine Zarge auf – wie ein weiteres Stockwerk im Bienenhochhaus.
Zucker
Honig besteht zu rund 80 % aus Frucht- und Traubenzucker – dazu kommen über 180 weitere Begleitstoffe wie Enzyme, Aminosäuren, Mineralien und Aromen. Genau diese Vielfalt fehlt dem Industriezucker.
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