Honig ist eines der wenigen Lebensmittel, das komplett von Tieren „hergestellt" wird. Der Weg vom Nektar ins Glas ist ein faszinierender Prozess mit vielen Beteiligten.
Schritt 1: Sammeln
Eine Sammelbiene besucht pro Flug bis zu mehrere hundert Blüten und saugt den zuckerhaltigen Nektar in ihren Honigmagen – einen separaten Sammelbehälter, getrennt vom eigenen Verdauungstrakt. Schon hier werden erste Enzyme zugesetzt.
Schritt 2: Umtragen im Stock
Zurück im Stock übergibt die Sammlerin ihre Fracht an Stockbienen. Der Nektar wird von Biene zu Biene weitergereicht – bei jedem Umtragen kommen weitere Enzyme dazu, die den Zucker aufspalten und den Honig haltbar machen.
Schritt 3: Trocknen
Frischer Nektar besteht zu über 60 % aus Wasser – Honig darf am Ende weniger als 20 % enthalten. Die Bienen verteilen den Nektar in dünnen Schichten über viele Zellen und fächeln mit ihren Flügeln Luft durch den Stock. Ein hörbares Summen, das ganze Nächte dauern kann.
Schritt 4: Verdeckeln
Ist der Honig reif, verschließen die Bienen die Zelle mit einem Wachsdeckel – luftdicht, wie ein Einmachglas. Das ist für uns Imker das Zeichen: Dieser Honig ist fertig.
Schritt 5: Ernte und Abfüllung
Wir entnehmen nur verdeckelte Waben, entdeckeln sie von Hand und schleudern den Honig kalt heraus. Danach wird er grob gesiebt und direkt ins Glas gefüllt. Mehr passiert bei uns nicht – kein Erhitzen, kein Mischen, keine Zusätze.
Für ein einziges 500-g-Glas fliegen Bienen zusammengerechnet etwa dreimal um die Erde. Guten Appetit!
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