Ein Tanz als Landkarte
Findet eine Sammelbiene eine ergiebige Futterquelle, teilt sie das ihren Stockgenossinnen mit – durch den berühmten Schwänzeltanz auf der Wabe.
So funktioniert er
- Richtung: Der Winkel des Tanzes zur Senkrechten entspricht dem Winkel zwischen Sonne und Futterquelle.
- Entfernung: Je länger die Schwänzelphase, desto weiter ist die Quelle entfernt.
- Qualität: Je lebhafter getanzt wird, desto lohnender die Tracht.
Rundtanz für nahe Ziele
Liegt die Futterquelle näher als etwa 100 Meter, tanzen Bienen einen einfachen Rundtanz: „Gleich hier in der Nähe, fliegt einfach los!“
Nobelpreisverdächtig
Karl von Frisch entschlüsselte diese Bienensprache und erhielt dafür 1973 den Nobelpreis. Bis heute fasziniert der Schwänzeltanz Forscher weltweit – und uns Imker sowieso.
Ein eingebauter Sonnenkompass
Das Erstaunlichste am Schwänzeltanz: Bienen rechnen die Sonnenposition mit. Da die Sonne im Tagesverlauf wandert, passen die Tänzerinnen den Winkel ihres Tanzes laufend an – selbst nach Stunden im dunklen Stock weisen sie noch in die richtige Richtung. Ihre innere Uhr macht es möglich.
Auch Düfte spielen mit
Der Tanz allein reicht nicht: Die Tänzerin bringt den Duft der Blüten an ihrem Körper mit und verteilt Kostproben des Nektars. So wissen die Sammlerinnen genau, wonach sie suchen müssen, wenn sie am Ziel ankommen.
Was der Imker davon hat
Wer Bienen beim Tanzen zusieht, kann tatsächlich ablesen, wo gerade Tracht zu holen ist. Für uns Imker ist der Schwänzeltanz ein Fenster in die Welt unserer Völker – und jedes Mal aufs Neue faszinierend.
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