Nektar liefert den Bienen Energie – aber wachsen können sie damit nicht. Dafür brauchen sie Pollen: das Proteinpaket der Natur.
Die bunten Höschen
Beim Blütenbesuch bleibt Blütenstaub im Haarkleid der Biene hängen. Sie bürstet ihn zusammen, befeuchtet ihn mit Nektar und knetet ihn zu kleinen Paketen an ihren Hinterbeinen – den berühmten „Pollenhöschen". Je nach Pflanze leuchten sie gelb, orange, rot oder sogar blau.
Vom Pollen zum Bienenbrot
Im Stock wird der Pollen in Zellen gestampft, mit Honig und Enzymen versetzt und luftdicht abgedeckt. Dann passiert etwas Erstaunliches: Milchsäurebakterien fermentieren den Pollen – ähnlich wie bei Sauerkraut. Das Ergebnis heißt Bienenbrot (Perga): haltbar, aufgeschlossen und noch nährstoffreicher als frischer Pollen.
Warum Pollen so wichtig ist
- Ammenbienen brauchen ihn, um Futtersaft für die Brut zu produzieren
- Junge Bienen bauen mit seinem Eiweiß ihre Körper auf
- Ein Volk sammelt pro Jahr 20 bis 30 Kilogramm Pollen
Ohne gutes Pollenangebot gibt es keine gesunde Brut – deshalb sind blütenreiche Landschaften für Bienen überlebenswichtig.
Und für uns Menschen?
Blütenpollen werden als Nahrungsergänzung verkauft und enthalten tatsächlich beachtliche Mengen an Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen. Wichtig: Pollenallergiker sollten vorsichtig sein und im Zweifel ärztlichen Rat einholen.
Was der Pollen über den Honig verrät
Im Honig stecken immer Spuren von Pollen – und die sind wie ein Fingerabdruck: Ein Labor kann daran ablesen, welche Pflanzen die Bienen besucht haben und aus welcher Region ein Honig stammt. Naturbelassener Honig trägt seine Herkunft also in sich.
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